Berufsschulstufe

„In der Berufsschulstufe stehen junge Menschen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Diese Phase ist gekennzeichnet durch die Beschäftigung mit der eigenen Person, den eigenen Fähigkeiten und Interessen, durch das Streben nach Autonomie sowie durch die Entwicklung konkreter Zukunftsvorstellungen“ (Lehrplan für die Berufsschulstufe, Seite 9).

Nachdem die Schülerinnen und Schüler ihre Regelschulpflicht erfüllt haben, besuchen sie üblicherweise ab der 10. Klasse die Berufsschulstufe. In drei Schuljahren bereiten wir Jugendliche auf ihr Leben als Erwachsene mit größtmöglicher Teilhabe an der Gesellschaft vor.

Als Orientierung im Unterrichtsalltag dienen uns Elemente wie:

  • Orientierung am Erwachsenenalter
  • Selbstbestimmung und Selbständigkeit
  • Mitbestimmung
  • Anwendungsbezug

Eine gewisse Eigenständigkeit der Berufsschulstufe innerhalb des Förderzentrums wird auch durch einen eigenen Lehrplan deutlich, der folgende Lernbereiche beinhaltet

  • Persönlichkeit und soziale Beziehungen
  • Mobilität
  • Wohnen
  • Arbeit und Beruf
  • Öffentlichkeit
  • Freizeit
  • Religion bzw. Ethik

Bei der konkreten Auswahl der Inhalte und der Gestaltung des Unterrichts orientieren wir uns an altersspezifischen Interessen und Anforderungen.

Lernen findet vorrangig statt:

  • in ganzheitlichen Sachzusammenhängen
  • in wirklichkeitsnahen Situationen
  • in der Lebenswirklichkeit selbst

Die bisher erworbenen Fähigkeiten im Bereich der Kulturtechniken (z.B. Lesen, Verwendung von Symbolsystemen, Umgang mit dem Computer oder Rechnen) werden in unterschiedlichen lebensnahen Aufgaben in allen Lernbereichen angewendet und weiter entwickelt.

Ein wichtiger Schwerpunkt in vielen Lernsituationen ist das Erwerben und Vertiefen von Schlüsselqualifikationen wie zum Beispiel:

  • Selbständigkeit
  • Motivation
  • Zuverlässigkeit
  • Sorgfalt
  • Ausdauer
  • Realistische Selbsteinschätzung

Neben dem Klassenunterricht ist der klassenübergreifende Praxistag ein wichtiges Element des Unterrichts in der Berufsschulstufe, um Arbeitstugenden und Selbständigkeit zu fördern. An unserer Schule arbeiten die Schülerinnen und Schüler an einem Vormittag wöchentlich über einen Zeitraum von einem Trimester in der gleichen Praxistaggruppe. Wir bieten folgende Inhalte regelmäßig an:

  • Brotzeitverkauf
  • Hausmeisterservice
  • Herstellen von Produkten aus Holz und Metall
  • Gartenbau und Landschaftspflege
  • Einkaufsservice
  • Reinigungsservice

Um den Übergang ins Berufsleben nach der 12. Jahrgangsstufe möglichst gut vorzubereiten, können die Schülerinnen und Schüler bereits ab der 10. Jahrgangsstufe in Praktika Erfahrungen in verschiedenen Arbeitsbereichen sammeln. Um dabei den unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen gerecht zu werden, arbeiten wir im Berufsfindungsprozess eng mit verschiedenen außerschulischen Partnern zusammen:

  • Werkstatt für Menschen mit Behinderung
  • Integra Mensch
  • Agentur für Arbeit
  • Integrationsfachdienst
  • Betriebe des ersten Arbeitsmarktes